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Ein Gastkommentar von Dominik Ley, zum aktuellen Thema „Fake-Test-Seiten“ und die Antwort auf die Frage ob und wenn ja wie man Tests durchführen darf.


Dominik Ley

Dominik Ley von Gründer Welt

Die Frage, ob es erlaubt ist für Tests zu werben, wenn keine Tests durchgeführt wurden, war lange Zeit Gegenstand diverser Diskussionen in sämtlichen Facebook-Gruppen, die sich mit Nischenseiten beschäftigten. Das Video (youtube.com), was ich gemeinsam mit Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kanzlei WBS aus Köln erstellt habe, für Aufklärung gesorgt, doch sind anschließend weitere Fragen offen geblieben.

Wir haben von Gründer Welt aus mit mehreren Anwälten über genau diese Thematik gesprochen und uns verschiedenste Meinungen eingeholt, die ich hier in komprimierter Form zusammengefasst gerne an Nischenseitenbetreiber weitergeben möchte. An dieser Stelle möchte ich allerdings ausdrücklich betonen, dass es sich hierbei nicht um eine rechtliche Beratung handelt, sondern lediglich um die Zusammenfassung der Meinungen mehrerer Rechtsanwälte, die vornehmend im gewerblichen Rechtsschutz, dem Internetrecht sowie dem Wettbewerbsrecht ihre Spezialgebiete haben.

Denn mir ist schon bewusst, wie viel Wert einige von Euch darauf legen, unter „(Produkt)-Test“ möglichst gute Rankings zu erzielen.

Ist es ausreichend Produkte im Supermarkt zu testen?

Nein, ein „Test“ der Produkte im Supermarkt ist nicht ausreichend, um damit werben zu können, dass ein Test durchgeführt wurde. Das ergibt sich schon daraus, dass Produkte im Kaufhaus nicht umfassend genug unter die Lupe genommen werden könnten. Das möchte ich am Beispiel der Küchenmaschine erklären. Es ist nicht möglich mit einer Küchenmaschine im Elektromarkt einen Teig zu kneten. Somit könnte die Knetfunktion der Küchenmaschine schon nicht ausreichend getestet werden, um im Vergleich zu anderen Küchenmaschinen ein objektives Ergebnis zu bekommen.

Die „Kaffeemaschine“ habe ich bei einem Freund getestet…

Ihr müsst immer bedenken, dass die Aussagen im Zweifelsfall auch belegbar sein müssen. Denn im Wettbewerbsrecht unterlaufen sehr schnell Fehler, die dann durch einen Wettbewerber abgemahnt werden können. Daher ist die Aussage: „Die Kaffeemaschine habe ich bei einem Freund getestet“, sicherlich nicht empfehlenswert, wenn kein ausgiebiger Test durchgeführt wurde und daran sind einige Bedingungen geknüpft.

Kann ich denn einen Test überhaupt durchführen?

Ja, jeder Nischenseitenbetreiber kann durchaus die Produkte testen. Doch die Anforderungen an einen Test sind nicht ohne. Werden die einzelnen Anforderungen nicht explizit eingehalten, so besteht auch hier wieder die Gefahr einer Abmahnung, in dem Fall auch durch den Hersteller, insbesondere dann, wenn dieser belegen kann, dass falsche Aussagen in dem Test getätigt wurden.

Denn ein Test muss immer objektiv durchgeführt werden und genau hier liegt bei vielen Affiliate-Seiten-Betreibern schon das Problem. Denn bei Produkten aus einer Sparte werden vermutlich einige Tests so ausfallen, dass die Produkte, die preislich etwas höher angesiedelt sind, auch in den Tests vorne liegen. Schließlich bekommt der Seitenbetreiber eine höheren Betrag vergütet, wenn er dafür sorgt, dass der Käufer sich für das teurere Produkt entscheidet.

Ein ordnungsgemäßer Test, der nicht leicht angreifbar ist, wäre extrem zeitaufwändig und kostenintensiv, mal ganz abgesehen von der Anschaffung der Produkte. Selbst wenn ein Hersteller sämtliche Produkte zu Testzwecken kostenfrei zur Verfügung stellen würde, ist der Aufwand derart groß, dass sich ein Test nur in ganz seltenen Fällen lohnt.

Darüber hinaus muss oft auf besonders teure Geräte zurückgegriffen werden, die für die Durchführung eines Tests notwendig sind, sofern dieser weitestgehend nicht anfechtbar sein soll.

Hierzu wird es in den nächsten Tagen ein Video geben, indem ich erkläre, warum auf andere Geräte zurückgegriffen werden muss und wie aufwendig ein solcher Test wirklich ist.

Fazit:

Tests können und dürfen durchgeführt werden, nur sind die Anforderungen an einen Test, der nicht angreifbar ist, derart hoch, dass es sich betriebswirtschaftlich nur in wenigen Fällen lohnen wird, tatsächlich einen solchen Test durchzuführen.

Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sich Produkthersteller hier nicht „auf die Füße getreten fühlen“, weil irgendwelche Falschaussagen getätigt wurden. Denn nicht nur zu anderen Nischenseitenbetreibern besteht ein direktes Wettbewerbsverhältnis, sondern auch zu jeder anderen Firma, die Produkte aus dem identischen Bereich vertreibt. – Das Risiko einer Abmahnung durch den direkten Wettbewerb sollte unbedingt ausgeschlossen werden, da die hohen Streitwerte auch für hohe Kosten im Fall einer Niederlage sorgen. Wird eine Abmahnung nicht akzeptiert und der Abmahnende reicht Klage bei Gericht ein, so wird der Fall durch den hohen Streitwert automatisch an das zuständige Landgericht verwiesen. Die Besonderheit dabei ist, dass hier Anwaltszwang herrscht und beide Seiten anwaltlich vertreten sein müssen.


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Kommentare

ChrisFish 16. Januar 2017 um 9:04

Moin, kann man die Anforderungen irgendwo einsehen?

Antworten

André 16. Januar 2017 um 9:42

Ich hab heute morgen mal beim VZBV angefragt. Werden euch auf dem laufenden halten, was dabei raus kam. )

Antworten

Ein Fan 16. Januar 2017 um 9:38

Ich finde es gut, dass Dominik Ley, nachdem er mit Herrn Solmecke das Interview gemacht hat, sich dann doch an seinen eigenen Fake-Testsieger erinnert hat https://postimg.org/image/n1lbiu3t5/ und den gelöscht hat.

Außerdem frage ich mich, warum im Blog hier der Artikel gebracht wird, bei Euren Kunden auf der Startseite und in den Demos sich aber weiterhin Fake-Tester befinden.

Antworten

André 16. Januar 2017 um 9:43

Ach Daniel… 😉

Antworten

Le Machete 16. Januar 2017 um 14:09

@Ein Fan : Lustigerweise sind ausschliesslich die Käufer dieses Themes solche Test-Blog-Vertreiber, wozu benötigt man es auch sonst. Es ist ja schliesslich darauf ausgerichtet oder kann man damit noch was anderes machen?

affiliatetheme.io möchte lediglich etwas seriös wirken und deswegen der Artikel. so als wenn VW eine Stellungnahme bringt wegen dem Dieselgate. Es ist letztendlich der Versuch. Nicht mehr und aber auch nicht weniger.

affiliatetheme.io sollte schleunigst ne Rabatt-Aktion einlegen, bevor dieser Markt wohlmöglich noch seriös wird – und keiner mehr Bedarf an solchen Themes zeigt. Quasi: Alles muss raus, bevor es zu spät ist.

André 16. Januar 2017 um 15:44

@Le Machete: Ich geh nun einfach mal davon aus, dass du Steffen bist. 😉

1. ist unser Theme nicht für Fake-Testseiten ausgelegt. Man kann damit deutlich mehr machen. Sowas zu pauschalisieren ist wie wenn man sagt WordPress wäre zum Erstellen von Blogs. Was unsere Kunden damit machen ist nicht unser Bier. Wie gesagt nutzen ein paar unserer Kunden es für Fake-Testseiten, ja, aber der Großteil macht damit ganz normale, seriöse, Seiten, Ratgeberportale und Co.. Klagst du auch Mercedes an, wenn jemand mit seinem AMG bei Rot über die Ampel fährt? Wohl kaum. Es ist einfach die gleiche Leier, die von dir und Daniel seit Wochen kommt, daher bringt ein Fake- (OMG!) -Nick auch nicht viel.

Mit diesem Artikel möchten wir gar nicht seriös(er) wirken, denn das tun wir auch so. Es gab lediglich Bedarf an Klärung diverser Fragen, die Dominik in diesem Artikel beantwortet hat und wir bieten ihm unsere Reichweite.

Wir benötigen auch keine Rabatt-Aktion, denn das Theme verkauft sich nach wie vor fabelhaft und das wird auch in Zukunft der Fall sein. Und selbst wenn es irgendwann kein Bedarf mehr gibt, … so what – es ist ein Zubrot und nicht unsere Haupteinnahmequelle. Aber süß von dir, dass du dir solche Sorgen um uns machst! <3


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